ChancenVielfalt Beratung
Machtmissbrauch

Machtmissbrauch im Kontext Hochschule

Ziel der Leibniz Universität Hannover ist es, das Gefühl von Zugehörigkeit, Sicherheit und Respekt zu stärken und Diskriminierung entgegenzuwirken.

Machtmissbrauch beschreibt das Ausnutzen von Einfluss, Autorität und Entscheidungsmacht in unangemessenem Ausmaß. Machtmissbrauch kann in Organisationen, die stark hierarchisch organisiert sind auftreten und sich in vielfältigen Formen zeigen, darunter Mobbing, sexuelle Belästigung, Diskriminierungen oder die Ausnutzung abhängiger Verhältnisse.

Studierende, Promovierende, Personen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, aus unterrepräsentierten und benachteiligten Gruppen, aber auch Beschäftigte aus z.B. Technik und Verwaltung, die im Kontext der Hochschule üblicherweise „vergessen“ werden, sind besonders betroffen.

Machtmissbrauch geschieht auch unabsichtlich – manchen Menschen ist nicht bewusst, dass sie gerade Macht missbrauchen und andere schädigen. Die Folgen können für Betroffene schwerwiegend sein – sie reichen von psychischen Belastungen und Beeinträchtigungen der akademischen Laufbahn bis hin zu langfristigen Karriereproblemen. Machtmissbrauch schadet aber auch der Arbeits- und Lernatmosphäre und verstärkt Ängste und Stress.

Um Machtungleichgewichte zu reduzieren gibt es an der LUH Richtlinien, Workshops und Coachings sowie unterschiedliche Beratungseinrichtungen, bei denen Betroffene Unterstützung finden können. Ziel ist, das Gefühl von Zugehörigkeit, Sicherheit und Respekt zu stärken und Diskriminierung entgegenzuwirken. 

Ich war Zeug*in, wie einem Kommilitonen gesagt wurde, er würde später keinen Job finden, wenn er sich weiter so verhalte, der Lehrende würde seine Kontakte dazu nutzen dies zu verhindern.
Vollerhebung zu Machtmissbrauch, Diskriminierung und sexualisierter Gewalt bei den Mitgliedern der Hochschule für Musik und Theater München, 2024
  • Beispiele aus dem Hochschulkontext
    • ungerechtfertigte Übertragung von eigentlich professoralen Aufgaben an Mitarbeitende
    • systematische Überlastung mit Arbeit
    • willkürliche Ausübung professoraler Entscheidungsgewalt (z.B. über Reise- und Projektmittel)
    • Aneignung von geistigem Eigentum Mitarbeitender
    • bei Bewertungen von Arbeiten und Prüfungen
    • sexuelle Belästigung, Nötigung, Mobbing, Diskriminierung
  • Richtlinien der LUH
    • Ordnung zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis, §2, Zusammenarbeit und Leitungsverantwortung in Arbeitseinheiten, Abs. 3: „Machtmissbrauch und das Ausnutzen von Abhängigkeitsverhältnissen sollen verhindert werden. Zu diesem Zweck existieren Ombuds- und Schiedsstellen auf zentraler und dezentraler Ebene, um sowohl präventiv als auch im Nachgang tätig zu werden.“
    • Rundschreiben zum Schutz vor sexueller Belästigung: „Die Leibniz Universität Hannover fördert die gleichberechtigte und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beschäftigten und Studierenden und verpflichtet sich, für ein sicheres Arbeiten, Lehren und Lernen frei von Diskriminierung und Belästigung zu sorgen. Sie legt Wert auf einen respektvollen und professionellen Umgang miteinander, in dem die Persönlichkeitsrechte und individuellen Persönlichkeitsgrenzen aller anerkannt und geachtet werden. Sexuelle Belästigung stellt eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte von Menschen dar und wird deshalb nicht geduldet.“
    • Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz des Bundes (AGG): alle Beschäftigten und Studierenden sind vor jeder Form der Benachteiligung und Diskriminierung geschützt
  • Beratungs- und Beschwerdemöglichkeiten

    Hochschulbüro für ChancenVielfalt
    Beratungsservice
    0511 762 5750 oder
    beratung@chancenvielfalt.uni-hannover.de
    www.chancenvielfalt.uni-hannover.de

    Psychologisch-Therapeutische Beratung (ptb)
    0511 762 3779 oder
    info@ptb.uni-hannover.de
    www.ptb.uni-hannover.de

    Ombudsperson für Studium und Lehre
    Online und vor Ort Sprechstunde oder 
    ombudsperson@studium.uni-hannover.de
    www.uni-hannover.de/de/universitaet/organisation/beauftragte-und-vertretungen/studienbedingungen

    Schiedsstelle der Graduiertenakademie
    Beratung zu Konflikten im Promotionsbetreuungsverhältnis
    www.graduiertenakademie.uni-hannover.de/de/ueber-uns/organisation-und-gremien/schiedsstelle