Zugrundeliegendes Diversitätsverständnis

Im Rahmen des Diversity Managements der LUH wird der Begriff Diversity als komplexes und dynamisches Konzept begriffen, das Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Individuen und Personengruppen betrachtet und je nach Kontext Grundlage von Ein- oder Ausschließungsprozessen sein kann. Neben dieser analytischen Definition steht der Diversity Begriff zusätzlich für die Wertschätzung und Förderung der Vielfalt und einem Ausbau des Diskriminierungsschutzes (Vedder 2006; Sievers 2017).

Diversitätsmerkmale: Bei den Diversitätsmerkmalen orientiert sich das Diversity Management an den durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geschützten Merkmalen Geschlecht, Alter, Behinderung/chronische Krankheiten, ethnische Herkunft/rassistische Zuschreibungen, Religion/Weltanschauung sowie sexuelle Identität. Zusätzlich wird die Dimension soziale Herkunft / Bildungshintergrund berücksichtigt, die in Bildungskontexten eine besondere Relevanz hat. Gemeint sind damit sowohl finanziellen Ressourcen als auch die Bildungsressourcen im Rahmen des familiären Kontextes. Die Diversitätsmerkmale werden nicht als gegeben, sondern auf ihre Bedeutung in den je spezifischen Situationen hin überprüft betrachtet. 

In einem Systematisierungsversuch zur Darstellung von Diversität in Organisationen haben Gardenswartz & Rowe (2003) Diversitätsdimensionen in dem Modell „4 Layers of Diversity“ veranschaulicht. Dieses bildet in angepasster Form für die Organisation Hochschule eine hilfreiche Grundlage zur Veranschaulichung der Verwobenheit der verschiedenen Diversitätsmerkmale.

Mit Hilfe des Modells wird in den Fokus gerückt, dass Menschen immer eine Vielfalt von Dimensionen gleichzeitigvereinen, die wechselseitig zusammenwirken können (vgl. zur intersektionalen Perspektive Crenshaw 2010). Auf diese Weise soll eine strikte Einteilung von Individuen in vermeintlich statische Kategorien vermieden und die Thematisierung von Intersektionalität und z.B. Mehrfachdiskriminierungen ermöglicht werden. 

Diversity Management der LUH

Diversity Management bezeichnet ein Managementkonzept, das zum Ziel hat, einen professionellen Umgang mit Diversity in Organisationen zu etablieren und so ein produktives Miteinander im Arbeitsalltag zu fördern (vgl. Finke 2005; Krell/Sieben 2011). 

An der LUH wird unter Diversity Management die Gesamtheit von Strategien und Maßnahmen verstanden, die dazu führen, dass die Diversität in der Organisation, hier an der LUH anerkannt, wertgeschätzt, gezielt gesteuert und als positiver Beitrag zur Entwicklung genützt wird. Diversity Management ist eine universitäre Querschnittsaufgabe.

 

 

Zusamenspiel verschiedener Perspektiven

Das Diversity Management der Leibniz Universität Hannover  verbindet zwei bestehende wissenschaftliche Perspektive: Die so genannte business-Perspektive, deren Ansatz es ist, die Vielfalt der Menschen in der Organisation als besonderes Potenzial hervorzuheben und Talente zu fördern, und die so genannte (menschen-)rechtlich orientierte equity-Perspektive, welche die Förderung der Chancengleichheit, den Respekt vor der Vielfalt und den Schutz vor Diskriminierung in den Vordergrund stellt. (vgl. Klammer & Ganseuer 2015; Diversity Konzept 2025)

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