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Umgang mit Macht im Hochschulkontext

Aktiver, konstruktiver Umgang mit Macht im Hochschulkontext für Frauen in Wahlämtern mit großer Führungsverantwortung und Gestaltungsmacht.

3tägige, hochschulübergreifende Workshopreihe für (angehende) (Vize-)Präsidentinnen, Dekaninnen und Institutsleiterinnen, Geschäftsführende Direktorinnen.

„Die Nichtbeteiligung an der Macht ist eine Illusion.“  Christine Bauer-Jelinek

Das Hochschulbüro für ChancenVielfalt bietet 2018 ein neues spannendes Programm für Frauen in Führungspositionen an. Die Workshopreihe richtet sich an Professorinnen, die bereits in strategischen Führungspositionen (Präsidentinnen, Vizepräsidentinnen, Dekaninnen, Institutsleiterinnen …) an Hochschulen sind oder solche Positionen anstreben.

Die Teilnehmerinnen der Workshopreihe sollten sich aktiv und konstruktiv mit dem Thema "Macht im Hochschulkontext" auseinandersetzen, das eigene Profil schärfen und ihr Strategie-Repertoire für die aktive Gestaltung unterschiedlicher Führungssituationen im Hochschulalltag reflektieren und bedarfsgerecht erweitern wollen.


Frauen, die in Hochschulen Führungsverantwortung übernehmen, müssen täglich bewusst und aktiv mit Macht umgehen und Macht ausüben. Sie tun dies in unterschiedlichen Rollen: u. a. als Fachkräfte in der Forschung, als Managerinnen in der akademischen Selbstverwaltung und als Prüfende in der Lehre und in Qualifikationsprozessen.

Dabei sind sie mit unterschiedlichen Arten von Macht belehnt, u. a. dem Wahlamt auf Zeit, der fachlichen Expertise, der personellen Führungsverantwortung. Die damit verbundene Mehrdimensionalität von Macht kann zu inneren Spannungen und Konflikten im Umfeld führen – insbesondere dann, wenn Menschen zugleich Subjekt und Objekt von Macht sind und in vielen unterschiedlichen Rollen auftreten.

Macht ist ganz pragmatisch notwendig, um zentrale strategische Führungsaufgaben – insbesondere in der Leitung von Instituten, im Amt der Dekanin oder als (Vize-)Präsidentin – zu erledigen und eigene Spuren in der Organisation zu hinterlassen.

Das aktive, kraftvolle Ausüben von Macht ist im Hochschulkontext für viele Frauen jedoch nach wie vor tabu und gehört selbst für Frauen mit einem hohen Maß an Führungsverantwortung zu den großen Herausforderungen ihrer beruflichen Tätigkeit. Eine Vielzahl von Ambivalenzen wird sowohl im Führungshandeln als auch in der Führungskommunikation sichtbar und behindert eine klare Selbstpositionierung.

Deshalb sind zentrale Fragen der Workshopreihe:

  • Wie können Frauen mit einem hohen Maß an Gestaltungsmacht in der Organisation Hochschule und im Wissenschaftssystem eine individuell und institutionell langfristig tragfähige Balance im Umgang mit Macht herstellen und bewahren?
  • Wie können sie dabei einen eigenen, unverwechselbaren Stil entwickeln, mit Freude gestalten, die Organisation prägen und lebendiges Vorbild für andere Frauen und Männer in der Hochschule sein bzw. werden?


An den drei aufeinander aufbauenden Workshoptagen wird das Thema „Aktiver, konstruktiver Umgang mit Macht in Hochschulen für Frauen in Wahlämtern mit großer Führungsverantwortung und Gestaltungsmacht“ in Absprache mit den Teilnehmerinnen und vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen und Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven thematisiert und reflektiert.

Wichtige Fragen und Themen sind:

  • Wie und wo wird Macht im Hochschulkontext sichtbar, wie und weshalb wird sie bisweilen ‚verschleiert‘? Wie wird sie ,hergestellt‘ und gelebt? Welche Funktion hat die Macht im System Wissenschaft, am Arbeitsplatz Hochschule und für die Individuen, die qua übernommenem Amt mit Macht(fülle) ausgestattet werden?
  • Was können Frauen aus der über weite Strecken männlich geprägten Führungstradition deutscher Hochschulen lernen? Wo und wie können bzw. wollen sie im Kontext neuer Führungskonzepte die Führungs- und Kommunikationskultur an Hochschulen aktiv verändern?
  • Wie können Frauen in Führungspositionen heute im Einklang mit ihren eigenen Werten (und ggf. auch unter Berücksichtigung von Gender- und Diversity-Perspektiven) in einer im Kern nach wie vor patriarchal geprägten Organisation wie der Hochschule strategisch klug mit Macht umgehen?
  • Welche Rollenkonflikte auf der inneren und der äußeren Bühne bringt der tägliche Kontakt mit Macht für Frauen in für die Gesamtorganisation bedeutsamen Führungsrollen mit sich?
  • Wie können Frauen in zentralen Führungspositionen in Hochschulen verhindern, zum Spielball der Machtspiele und Strategien anderer zu werden? Wie können sie sich und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor einer zerstörerischen Ausübung von Macht schützen?


Die Workshoptage finden in einer festen Arbeitsgruppe in einem von Vertrauen, Wertschätzung und Respekt geprägten Rahmen statt. Sie geben Gelegenheit, inne zu halten, zu reflektieren, zu diskutieren und zu verstehen, wie der aktive, kraftvolle Umgang mit Macht auf alle Akteure und Akteurinnen in der Hochschule zurückwirkt und welche Form der Machtausübung zu den Teilnehmerinnen und ihren Gestaltungsräumen passt. Auf dieser Grundlage können die Teilnehmerinnen ihre jeweiligen Rollen aktiv und zielorientiert gestalten und ihr individuelles Repertoire positiver Machtstrategien beständig erweitern.

Ziel der gemeinsamen Arbeit ist es, für eine innere Klarheit im Umgang mit dem Thema „Macht“ zu sorgen, die sich auf die eigene Positionierung und die Kommunikation positiv auswirkt - und darüber die Freude an Gestaltungsmacht und den damit verbundenen Möglichkeiten in der Hochschule zu wecken und zu vertiefen.

Methoden:

  • Trainerinnen-Impulse
  • Austausch und Diskussion im Plenum
  • Übungen, Gruppen- und Einzelarbeit
  • Selbstreflexion
  • Kollegiale Beratung
  • Systemische Aufstellungsarbeit
  • Biografiearbeit

 

Workshopleitung:

Alexandra Busch, www.alexandra-busch.de

  • Senior Consultant für Hochschulen, Coach für Hochschulpräsidien und Professor_innen
  • seit 25 Jahren Trainerin in der akademischen Personalentwicklung mit dem Schwerpunkt „Führung und Führungskommunikation in der Wissenschaft“
  • Konzipierung und Durchführung zahlreicher Fortbildungsprogramme für Professoren und Professorinnen an deutschen und österreichischen Hochschulen.
    Die Bereitschaft zur aktiven Teilnahme an Übungen oder Rollenspielen wird vorausgesetzt. Grundlage der Arbeit im Workshop ist eine von allen Teilnehmerinnen unterzeichnete Schweigevereinbarung.


Bei Interesse melden Sie sich bitte bei der zentralen Gleichstellungsbeauftragten der Leibniz Universität Hannover | Dipl-Sozialwiss. Helga Gotzmann | Fon: 0511 762 3565 | E-Mail gotzmannchancenvielfalt.uni-hannover.de.