Beratung
Awareness bei Veranstaltungen

Awareness bei Veranstaltungen an der LUH

An der LUH kommen die verschiedensten Menschen bei Workshops, Tagungen, Konferenzen, anderen Großveranstaltungen, Lecture Weeks, Partys oder Feiern zusammen. Für diese Veranstaltungen braucht es einen Rahmen, in dem alle Personen respektvoll behandelt werden und sich alle Personen sicher fühlen. Im Rahmen unseres Diskriminierungsschutzes bieten wir folgend Handlungsoptionen und Tipps, wie eine Veranstaltungen sicher und diskriminierungsfrei organisiert und umgesetzt werden kann. 

Workshop für Studierende

Awareness im Veranstaltungskontext

am 25.11.2023 | 10:00 - 16:00 Uhr

Planen Sie eine Veranstaltung?

Wir unterstützen Sie

Wenn Sie eine Veranstaltungen planen und den Teilnehmenden ein Awareness-Angebot machen möchten oder die Veranstaltung inklusiv gestalten möchten, unterstützen wir Sie gerne bei der Planung und Organisation.

Haben Sie Belästigung oder Diskriminierung erlebt?

Wir beraten Sie

Wenn Sie auf einer Veranstaltung der Leibniz Universität Hannover oder in der Lehre oder am Arbeitsplatz belästigt oder diskriminiert wurden oder wenn Sie solches Verhalten beobachtet haben, beraten wir Sie gern.

  • Was bedeutet Awareness?

    "Awareness" bedeutet sich bewusst sein, sich informieren bzw. für gewisse Problematiken sensibilisiert sein. Gemeint ist damit allgemein ein achtsamer und respektvoller Umgang miteinander. Bei Veranstaltungen geht es vor allem darum, bei Diskriminierungen oder Grenzüberschreitungen Ansprechpersonen oder z.B. auch einen Rückzugsort zur Verfügung zu stellen. Dabei sollten sich alle Angehörigen der LUH an den zentralen Leitlinien orientieren: übergriffiges, grenzüberschreitendes, diskriminierendes Verhalten wird nicht toleriert.

    Awareness ist ein Ansatz, der 2007 aus der feministischen und queeren Bewegung heraus entstanden ist. Der Ansatz ist intersektional und berücksichtigt Mehrfachbetroffenheiten. 

  • Ziele & Grundsätze der Awareness-Arbeit

    Awareness-Arbeit und Awareness-Konzepte haben zum Ziel:

    • einen diskriminierungsfreien Raum zu schaffen
    • das Bewusstsein für Grenzüberschreitungen zu schärfen
    • strukturellen Ungleichheiten entgegenzuwirken und damit allen einen sicheren Zugang zu Workshops, Tagungen, Konferenzen, anderen Großveranstaltungen, Lecture Weeks, Partys oder Feiern zu ermöglichen

    Grundsätze der Awareness-Arbeit:

    • Die Bedürfnisse und das Wohl von unterstützungssuchenden Personen stehen im Fokus. Solidarität steht an erster Stelle.
    • Die individuellen Grenzen aller werden stets respektiert. 
    • Definitionsmacht: Nur die betroffene Person entscheidet, wann es sich um eine übergriffige Situation gehandelt hat und nur sie hat das Recht zu entscheiden, wie es nach dem Vorfall weitergeht.
    • Übergriffiges, grenzüberschreitendes, diskriminierendes Verhalten wird nicht toleriert.
  • Awareness-Konzept bei Veranstaltungen

    Veranstaltungen können durch ein Awareness-Konzept sicherer gemacht werden und gleichzeitig dazu beitragen, das Bewusstsein für Grenzüberschreitungen zu schärfen.

    Im Vorfeld einer Veranstaltung sollte man sich einige Fragen stellen und Punkte beachten, die ein respektvolles und sicheres miteinander fördern:

    • Welche Personen werden bei der Veranstaltung erwartet?
    • Welche Bedarfe haben diese Personen? 
    • Sind die Räumlichkeiten barrierefrei? 
    • Awareness-Team einplanen: Wer könnte das übernehmen? Wie kann es sichtbar gemacht werden? 
    • Gibt es Sicherheitspersonal? Wenn ja, sollte das Personal auch über das Awareness-Konzept Bescheid wissen und das Awareness-Team kennen.
    • Rückzugsraum zur Verfügung stellen: Ein Rückzugsraum muss nicht zwangsläufig nur genutzt werden, wenn ein bestimmter Vorfall geschehen ist. Der Rückzugsraum kann auch genutzt werden, wenn es Personen aus anderen Gründen nicht gut geht und diese eine Pause brauchen.
    • Informationen für die Heimreise zur Verfügung stellen: Pläne für die Stadtbahn, Taxiunternehmen, Nummer für das Frauen*Nachttaxi
    • Diskriminierungsfreie Werbung für die Veranstaltung: sexistische oder diskriminierende Sprache oder Motive werden nicht toleriert
    • Leitungswasser kostenfrei zur Verfügung stellen, wenn möglich

    Ziel ist es einen Safer Space für alle zu schaffen.

    Wichtig: Das Awareness-Konzept rechtzeitig öffentlich machen (idealerweise in Deutsch & Englisch) und auf der Veranstaltung für alle sichtbar aushängen und darüber informieren, auch über das Awareness-Team. Z.B. "Unser Awareness-Team erkennst du an den blauen T-Shirts mit der grünen Aufschrift". 

  • Awareness-Team

    Das Awareness-Team sorgt dafür, dass aktiv gegen diskriminierendes oder grenzüberschreitendes Verhalten vorgegangen wird. Außerdem unterstützt das Awareness-Team die betroffenen Personen, wenn diese Hilfe benötigen. 

    Dabei gilt:

    • Das Awareness-Team unterstützt bei Vorfällen und schützt die betroffenen Personen. Es handelt aber auch präventiv und beobachtet das Geschehen. 
    • Das Team ist mit dem Awareness-Konzept der Veranstaltung vertraut, kennt alle wichtigen Ansprechpersonen der Veranstaltung und Beratungsstellen und kennt sich idealerweise mit den Räumlichkeiten gut aus. 
    • Die Verantwortungen/Zuständigkeiten für gegebenenfalls unterschiedliche Bereiche oder Themen sind festgelegt.
    • Je diverser das Team zusammengestellt ist, desto mehr können sich potenziell Betroffene mit dem Team identifizieren und trauen sich eher Übergriffe zu melden. Gleichzeitig setzt man ein klares Zeichen. Wir empfehlen: Das Team ist mindestens paritätisch besetzt. Mindestens eine FLINTA* Personsollte im Team sein.
    • Wenn Alkohol ausgeschenkt wird: Das Awareness-Team bleibt nüchtern.
    • Erreichbarkeit: Das Awareness-Team sollte immer erreichbar und sichtbar sein, das kann zum Beispiel durch Aushänge oder bestimmte Kleidung, auffällige Armbänder oder Button erreicht werden. Das Team sollte idealerweise immer wieder durch alle Räumlichkeiten gehen und Präsenz zeigen. 
    • Wichtig: Wenn sich das Team selbst in einer Situation nicht sicher oder überfordert fühlt, dann sollte Unterstützung gesucht werden oder die Verantwortung abgegeben werden. 


    Hinweis: 

    Idealerweise sind die Personen im Awareness-Team geschult und können direkt unterstützen und beraten. Ungeschultes Personal kann aber auch ein Awareness-Team bilden, solange dies transparent kommuniziert wird. Diese Teams übernehmen dann die sogenannte "Verweis-Beratung": Sie sind erste Anlaufstelle für Übergriffe, beraten aber nicht selbst, sondern verweisen an die einschlägigen Beratungsstellen und Hilfsangebote.

    1  FLINTA* steht für Frauen, Lesben, Inter, Non-Binary, Trans und agender* und ist der Versuch einen Ausdruck für eine Personengruppe zu finden, die nicht cis männlich ist.

  • Weitere Informationen und Materialien

    Awareness-Leitfaden vom Autonomen Feministischen Kollektiv und der SB-Stelle Frauen-und Geschlechterpolitik des AStA der Leibniz Universität Hannover.

    act aware: Initiative für mehr Awareness auf Veranstaltungen

    Initiative Awareness: Beratung, Begleitung und Aufklärung bei sexualisierter Gewalt und Diskriminierung im Veranstaltungskontext.

    Awareness-Bremen: Gemeinsam. Sicherer. Feiern. 

    Safe the Dance: Agentur für Awareness, Inklusion, Diversity & Musikindustrie Know-how

Best-Practice Beispiele aus der LUH

Kontakt

Joana Rieck Joana Rieck
Joana Rieck (sie/ihr)
Adresse
Wilhelm-Busch-Straße 4
30167 Hannover
Gebäude
Raum
205
Joana Rieck Joana Rieck
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